Achtung, wilde Nachbarn

Tierisches Treiben in deutschen Städten.

Sonntag, 13.09.2009 23:15 Uhr

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Süddeutsche Zeitung TV über Wildtiere im Großstadtdschungel, pelzige Einwanderer und Siedlungen, wo Fuchs und Wildschwein Guten Tag sagen.

Wildschweine verwüsten den Vorgarten, eine Fuchsfamilie haust im Keller oder Waschbären randalieren in der Mülltonne – auf der Suche nach Nahrung, Wohn- und Schlafplätzen rücken uns die Waldbewohner auf den Pelz. Wenn es den Berlinern zu wild wird, rufen sie Jagdreferent Derk E. Er beruhigt Gemüter und löst wilde Tiere von wildgewordenen Menschen. Auch Frank-Uwe M. fordert in Kassel ein bisschen mehr Verständnis für die neuen Nachbarn, denn auch dort müssen die Bewohner ihre Stadt teilen: mit Waschbären. Die nachtaktiven Tiere tragen zum Leidwesen des Menschen ihre Kämpfe und Spiele gerade dann aus, wenn wir Tagaktiven eigentlich unsere Ruhe wollen.

Derk E. ist Jagdreferent des Berliner Senats und kümmert sich um alles, was irgendwie mit Wildtieren in der Stadt zu tun hat. Über eine sogenannte Wildtier-Hotline können die Bürger Tag und Nacht Vorfälle melden. Davon gibt es eine ganze Menge – bis zu 50 Anrufe täglich sind keine Seltenheit. Derk E. beantwortet Fragen, gibt Tipps oder fährt oft selber an den Ort des Geschehens. Meistens muss er mit seinen Erklärungen ganz von vorne anfangen: Den wenigsten Menschen ist überhaupt bewusst, dass in Berlin außerhalb der Zoos größere Tiere leben als Hunde und Katzen – und nicht nur in den Haushalten, sondern in den Parks und Wäldern vor der Tür.

Die Geschichte der Waschbären in Deutschland begann 1934. Da waren es ein Dutzend, 75 Jahre später kann man ihren Bestand nur schätzen: Bis zu einer Million Waschbären leben heute in freier deutscher Wildbahn und fühlen sich besonders in waldreichen Vorstädten wohl. Wildbiologe Frank-Uwe M. erforscht die hiesigen Habitate und Populationen des tierischen Einwanderers und bietet dabei den menschlichen Nachbarn seine Hilfe an, um die eigenen vier Wände waschbärensicher zu machen. Denn während die meisten umgeworfene Mülltonnen oder abgenagte Obstbäume noch hinnehmen, hört die Freundschaft auf wenn der Waschbär sich erst einmal unterm Dach eingenistet hat. Dann wird man ihn nur schwer wieder los, und schnell entstehen Schäden von mehreren tausend Euro.

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