Ärger am Airport

Der tägliche Ausnahmezustand im Münchner Flughafen

Sonntag, 06.09.2009 23:30 Uhr

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Süddeutsche Zeitung TV über Verkehrsleiter im Großeinsatz, Beamte mit Bodenhaftung und eine ganze Welt auf 1.600 Hektar.

24 Stunden am Flughafen Franz Josef Strauß: durchschnittlich 1.200 Flugbewegungen und 95.00 Passagiere. München ist nach Frankfurt das zweitgrößte Luftfahrtdrehkreuz Deutschlands und rangiert in Europa auf Platz 7 – gemessen an der Zahl der Flugreisenden. Wo viele Menschen in die Luft gehen, bleibt einiges an Arbeit auf dem Boden. Passagiere ohne Pässe oder Reifenteile auf der Start- und Landebahn. 27.000 Beschäftigte sorgen täglich dafür, dass der Traum vom Fliegen nicht mit einer Bauchlandung endet.

Wer in Deutschland einreisen will, muss an Lothar R. vorbei. Er ist Bundespolizist und kontrolliert den Grenzverkehr am Flughafen. Reisende aus so genannten Drittländern – Staaten, die nicht dem Schengen-Raum angehören – müssen ein gültiges Visum vorweisen. Das gilt auch für Kleinkinder, was eine chinesische Großfamilie offenbar nicht wusste. Das Kind darf nicht weiterreisen. Auch ein 17-jähriger Afghane versucht vergeblich, sich mit falschen Papieren an Lothar R. vorbei zu schmuggeln. Während der Vernehmung klagt der junge Mann plötzlich über starken Juckreiz. Bei der Bundespolizei schrillen die Alarmglocken: Der Passagier könnte eine ansteckende Krankheit haben und muss zum Flughafenarzt.

Einsatzmeldung für die Landebahn Süd: Dort sollen Reifenteile verstreut herumliegen. Verantwortlich für die Sicherheit ist Jörg S.. Der Verkehrsleiter und sein Team haben jetzt genau drei Minuten Zeit, um die Reifenteile auf der Südbahn einzusammeln. Ein Flugzeug ist bereits im Landeanflug. Reifenteile können ins Triebwerk schleudern und es beschädigen. Bei einer anderen Maschine entdeckt ein Techniker kurz vor dem Abflug, dass kein Siegel vorhanden ist. Normalerweise sind die Türen von Flugzeugen zu versiegeln, nachdem die Crew als letztes von Bord gegangen ist. Ein fehlendes Siegel bedeutet Großeinsatz für Jörg S. und die Bundespolizei. Mit Sprengstoffexperten und einem Suchhund durchkämmen sie jeden Winkel der Maschine.

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