Ärger im Anflug

Hinter den Kulissen der Flughäfen München und Frankfurt

Samstag, 31.07.2010 21:55 Uhr, Länge: 96 Min.

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Süddeutsche Zeitung TV Spezial über abgehobene Passagiere, Beamte mit Bodenhaftung und den alltäglichen Ausnahmezustand im Mikrokosmos Flughafen.

Flughafen Frankfurt, Deutschlands größter Airport: über 50 Millionen Passagiere jährlich. Die Nummer Zwei: München, das Drehkreuz des Südens, mit 32 Millionen Reisenden. Damit die Massen Tag für Tag reibungslos abgefertigt werden können, halten vor und hinter den Kulissen Zigtausend Beschäftigte die gigantische Maschinerie Airport in Bewegung. Der normale Fluggast bekommt davon wenig mit. Süddeutsche Zeitung TV wirft einen Blick hinter die Absperrgitter und begleitet Bundespolizisten, Zöllner und die Vorfeldaufsicht bei ihren Einsätzen.

Für Lothar R. verbirgt sich zunächst einmal hinter jedem vergessenen Gepäckstück potentiell eine Bombe: bei jedem herrenlosen Fund muss der Münchner Bundespolizist das Gelände weiträumig absperren und den Koffer auf explosiven Inhalt untersuchen. Kaum ist der Job erledigt, wird er zur Passkontrolle gerufen: Ein international gesuchter Verbrecher versucht einzureisen.
 
Die Gepäck-Kontrolle der ankommenden Passagiere ist der Job von Roland K. und Jan R. in Frankfurt. Günstige Wechselkurse oder Ware, die im Ausland billiger zu haben ist, verschaffen den Zöllnern Mehrarbeit: 430,- Euro ist der Freibetrag, den Fluggäste in die EU einführen dürfen. Wer Einkäufe darüber hinaus nicht anmeldet, riskiert eine hohe Nachversteuerung - plus Zollzuschlag. In einem Punkt sind sich alle Ertappten dann einig: Sie haben es einfach nicht besser gewusst.  Ob der  Japaner mit  haufenweise Digitalkameras im Gepäck tatsächlich nur seine Freunde in Deutschland beschenken oder die Ware weiterverkaufen wollte, interessiert die Zöllner nicht: Sie haben schon alle guten und schlechten Ausreden gehört.

Bei den Einsätzen von Josef W. geht es immer gegen die Uhr. Er ist Vorfeldmeister am Münchner Flughafen. Sein Job: Die Bodenzeiten der Flugzeuge möglichst kurz halten, denn nur in der Luft wird Geld verdient. Verzögerungen können den gesamten Flugplan kippen. Dasselbe passiert mit internationalen Beziehungen, wenn bei Staatsgästen das Protokoll nicht eingehalten wird. Die irische Präsidentin Mary McAleese hat ihren Besuch in München angekündigt. Da darf der rote Teppich nicht auch nur einen Millimeter neben der Tür des Jets liegen.

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