Alarm für Wache 5

Im Einsatz mit der Feuerwehr

Montag, 05.04.2004 23:00 Uhr

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Zuerst geht das Licht an. Dann ertönt der Alarm. Über Lautsprecher kommt der Einsatzbefehl für die Feuerwehrwache 5 in München-Ramersdorf. Die Durchsage ist noch nicht beendet, da rennen schon alle. Die Zeit läuft: Innerhalb von 60 Sekunden müssen die Männer ausrücken. Nachts bedeutet das: Aus dem Tiefschlaf hoch, die Stange runter, Uniform schnappen, ins Feuerwehrauto und los. „In diesem Augenblick beginnt der Kampf gegen den eigenen Körper. Das Adrenalin beherrscht dich, du weißt noch 20 Prozent von dem, was du mal gelernt hast. Und funktionierst aus Routine“, so beschreiben erfahrene Feuerwehrmänner diesen Moment. Und das ist der Augenblick, vor dem sich ein Feuerwehr-Neuling am meisten fürchtet.

Der 24jährige Roman L. ist neu auf Wache 5. Nach der Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann tritt er seinen ersten 24-Stunden-Dienst an Silvester an. Um sieben Uhr morgens werden die Mannschaften eingeteilt. Romans Gruppenführer ist Jürgen R., ein erfahrener Kollege. Der Mythos des amerikanischen Firefighter fasziniert ihn besonders. Vor acht Jahren begleitete Jürgen Einsätze seiner New Yorker Kollegen. Viele Freundschaften von damals bestehen noch heute. „Als die Türme des World Trade Center am 11. September einstürzten, habe ich noch gehofft, dass niemand von Rescue 4 aus Queens dabei ist – aber viele Männer sind nicht mehr zurückgekommen.“ Wenn Jürgen sich heute die Videoaufnahmen seines Amerika-Aufenthaltes ansieht, tippt er manchmal auf den Bildschirm: „Der und der, der auch...“ und es ist klar, das sind die Freunde, die er verloren hat.

Auch Roman träumt von einem New York-Besuch. Aber zuerst muss er sich auf Wache 5 beweisen. Die erste Gelegenheit kommt, als sein ganzer Zug zu einem Dachstuhlbrand ausrückt. Er muss sich im Kampf gegen das Feuer bewähren - und vor den Kollegen.
Süddeutsche TV über den harten Alltag der Berufsfeuerwehr, den Kampf gegen das Feuer und den eigenen Körper.

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