Angebaggert

Das Münchner Olympiadorf wird saniert

Montag, 11.04.2005, 23:00 Uhr, Länge: 36 Min.

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Kein Auto, kein Bus, nicht einmal ein Mofa, und das mitten in der Stadt. Paradiesische Wohnwelt? Eindeutig ja, fragt man die Bewohner des Olympiadorfs München. Besucher sehen das oft anders: „Um Gottes Willen, was für eine Betonwüste", hören Ute und Winfried Engelhard öfter. Sie leben seit 16 Jahren auf dem für die Olympischen Spiele 1972 errichteten Gelände, und lieben es.

1972 erschütterten die dramatischen Bilder der Geiselnahme der israelischen Mannschaft durch palästinensische Terroristen das friedliche Bild der ersten deutschen Nachkriegsspiele, die vor allem ein Symbol des neuen, friedvollen Deutschlands sein sollten. Auch heute fällt es den Teilnehmern der Spiele noch schwer, sich an die Tage des Terrorüberfalls zu erinnern. Hans-Jürgen Geschke, DDR-Bahnradfahrer und Silbermedaillengewinner, brachte es 30 Jahre nicht über sich, seine privaten Aufnahmen vom Olympiadorf wieder anzusehen.

Das geschichtsträchtige Ensemble im Münchner Norden ist 30 Jahre nach seiner Errichtung da und dort baufällig - es musste eben schnell gehen damals. Der Baustahl wurde nicht tief genug in den Beton gegossen und muss nun saniert werden. Ausziehen kann kaum einer der Bewohner für die Zeit der Bauarbeiten. Und so arrangiert sich jeder auf seine Weise mit dem staubigen Chaos.

Süddeutsche TV über die Geschichte eines ungewöhnlichen Baudenkmals.

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