Brunos Brüder

Probleme in der Stadt der Bären

Montag, 11.06.2007, 23:00 Uhr, Länge: 36 Min.

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Brasov in den rumänischen Karpaten: die „Welthauptstadt der Bären". Nirgendwo sonst leben Mensch und derart viele Bären auf engstem Raum zusammen. GPS- Peilsender sollen Forschern helfen, das Leben der Tiere besser zu verstehen. Etwa 6000 braune Riesen leben in Rumänien, mit Abstand die größte Population Europas. Nach dem Drama um den aus Italien eingewanderten Braunbären „Bruno" könnten auch in Deutschland vermehrt Probleme auftreten - damit nicht wieder gleich scharf geschossen wird, startet jedes Jahr eine Expedition aus Deutschland in die Karpaten.

Peter S. ist Fachmann für Braunbären. Zusammen mit einer rumänischen Tierschutzorganisation spürt er jedes Jahr im Frühling den gewöhnlich scheuen Tieren nach, und erkundet vor allem, ob die „Müllbären" wieder aktiv sind. Denn in den Vororten der Stadt Brasov, die von drei Seiten von dichtem Wald umgeben sind, sind Bären schon fast ein Teil des Stadtbildes: Die Tiere haben sich an Müllcontainer als Nahrungsquelle gewöhnt. Und auch die Menschen haben die Furcht vor den Tieren verloren: „Es kommt vor, dass bei Stromausfall jemand vor seiner Haustür im Dunkeln auf etwas Pelziges trifft - und den Bären einfach wegschubst", erzählt Peter S. Zu Verletzungen ist es dabei nicht gekommen, denn der Mensch gehört nicht zum Beuteschema der Bären. Problematisch ist es höchstens, wenn genervte Anwohner die Tiere zu heftig schubsen - „dann schubst der Bär zurück, und das kann unangenehm werden".

Rumänien ist stolz auf seine große und stabile Bärenpopulation, von denen jährlich etwa sechs Prozent gejagt werden, ganz legal und in organisierten Touren. Inzwischen wird auch bei der weit verbreiteten Sitte, Bären als Haustiere und Maskottchen, etwa für Restaurants, zu halten, eingegriffen. In der Nähe Brasovs entstand der größte Bärenpark Europas mit Platz für 50 Tiere. Regelmäßig kommen neue Bären: Befreit oder losgekauft durch eine international organisierte Tierschutzgruppe.

 

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