Das Beste für die Gäste

Service-Stress im Luxushotel

Sonntag, 18.05.2008, 23:15 Uhr, Länge: 36 Min.

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Im Hyatt-Hotel Berlin ist der Zimmerservice fest in Frauenhand. Reinigungskräfte, Aufseherinnen, Hausdamen, Wäscherinnen. Süddeutsche Zeitung TV verfolgt die Reise der Hotelwäsche durch Frauenhände, vom Potsdamer Platz nach Polen und wieder zurück. Eine Lektion in Sauberkeit und Akkuratesse: denn ein Bademantel wird nicht einfach gefaltet, er wird kunstvoll gelegt und gebunden.

Kaum hat der Gast sein Zimmer verlassen, kommt der Service. Zimmer aufräumen, saugen, putzen, ordnen. Corinna ist eine der wenigen deutschen Frauen im Service, und „stolz darauf. Ich habe kein Problem, zu sagen, dass ich Zimmermädchen bin". In kürzester Zeit hat sie die Zimmer geputzt, die Wäsche gewechselt. Aber: „Frauen sind unordentlicher als Männer. Da muss man immer nachputzen." Die Nachkontrolle übernimmt Birgit, eine resolute Mittdreißigerin mit feldwebelartigem Bürstenschnitt. Sie ist sich nicht zu schade, mit dem Finger in Winkeln zu stochern und den gefundenen Staub mit bösem Blick dem Zimmermädchen zu präsentieren. „Nachputzen bitte!" kommt in fast jedem Raum, denn: „die Mädchen haben zu viel Routine. Fünf Zimmer kann man duchputzen, ab dem zehnten lässt einfach die Konzentration nach. Das ist normal."

Was für die Zimmermädchen nur ein Berg Wäsche ist, ist für die Wäschefirma vor allem ein gutes Geschäft. Im polnischen Nowe Czarnowo bei Stettin lassen einige Berliner Luxushotels waschen. Dort werden Tausende Handtücher und Bademäntel nicht nur sortiert, gewaschen, getrocknet und geplättet, auch das kunstvolle Legen gehört zum Service. Auch hier arbeiten fast nur Frauen. Nur den Transport übernimmt ein Fahrer. Sechzehn volle Container frischer Wäsche rollen zurück nach Berlin.

Und am Morgen heißt es wieder: Antreten für die Zimmermädchen, im zweiten Untergeschoss des Hyatt, zwischen dem Lager für Reinigungsmittel und den Fotos, die genau zeigen, wie und wo jedes Teil im Zimmer zu liegen hat.

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