Das Leben ist Hartz

Der neue Arbeitsmarkt

Montag, 28.02.2005, 23:00 Uhr, Länge: 36 Min.

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München - Kapuzinerstraße. In der backsteinernen Agentur für Arbeit füllt sich morgens um 7:30 Uhr die Eingangshalle. Neben gefeuerten Handwerkern, überflüssigen Verkäufern und frustrierten Langzeitarbeitslosen finden sich ebenso Anwälte und IT-Spezialisten.

Peter S. (49) ist gelernter Herrenausstatter und seit 11 Jahren ohne Job: Die Kündigung zerstörte sein Leben. Scheidung und Alkoholsucht waren die Folge. Seine Akte in der Agentur für Arbeit besteht mittlerweile aus vier Ordnern. Die Hoffnung auf Arbeit hat Peter S. fast aufgegeben, aber für einen unfreiwilligen Ruhestand fühlt er sich zu jung. Ende 2004 bekommt er überraschend Post vom Sozialamt mit einem Jobangebot: Für 1 Euro die Stunde soll er als Platzwart für einen Sportverein arbeiten.

Neben den Langzeitarbeitslosen tun sich vor allem die Jüngsten auf den Arbeitsmarkt schwer. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind für Schulabgänger so schlecht wie noch nie. In Deutschland fehlen mindestens 25.000 Lehrstellen. Petar Awamov ist 16. Nach seinem Hauptschulabschluss bewirbt er sich auf mehrere Lehrstellen für den KFZ-Mechaniker. Es kommt noch nicht mal die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Seine letzte Chance auf eine Lehrstelle ist eine Art „Last-Minute-Termin" der Arbeitsagentur. Die Vermittler versuchen, noch die letzten freien Lehrstellen an Jugendliche zu vergeben.

Süddeutsche TV über Arbeitssuchende, Arbeitsvermittler und ein Leben mit Hartz IV.

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