dctp-Nachtclub: Auktionsrausch

Die lange Nacht des Nervenkitzels

Freitag, 17.07.2009 00:00 Uhr

zurück

Diesen Film käuflich erwerben

Süddeutsche Zeitung TV über gewagte Gebote, verrückte Versteigerungen und die spannenden Sekunden bis zum Hammerschlag.

Schnell muss es gehen. Egal ob Autos, Gold, Fundsachen, alte Wirtshäuser oder nicht abgeholte Briefe der Post – praktisch alles kann versteigert werden. Manchmal werden in hitzigen Bietergefechten die Preise oft derart schnell in die Höhe getrieben, dass die vermeintlichen Schnäppchen am Ende sogar teurer sind als im freien Verkauf. Den Aufschlag für den Auktionator gar nicht einberechnet.

Das schweizerische Toffen ist das Mekka der Oldtimer-Sammler und Liebhaber aus aller Welt. Hier kommen Luxusautos unter den Hammer. Einige Fahrzeuge sind bis zu 120.000 Euro wert. Wie jedes Jahr sind auch Arne, 26, und sein Vater Dieter, 62, aus Berlin mit dabei. Sie sind leidenschaftliche Oldtimerfans, so wie geschätzte 200.000 Deutsche, hauptsächlich Männer. Zehn betagte Luxus-Karossen haben die Berliner bereits in der heimischen Garage stehen. Doch das reicht ihnen noch nicht. Sie hoffen dieses Jahr wieder auf ein Schnäppchen, notfalls eines zum Basteln.

In Süddeutschland betreibt Barry aus England ein Auktionshaus. Schwungvoll und mit britischem Charme bringt er unter die Leute, was sich in seinen Lagern angesammelt hat. Das sind meist erbenlose Nachlässe oder Insolvenzbestände, die er mit Hammer und Griffel zu Geld machen soll. Zum Beispiel das Inventar eines alten Bahnhofswirtshauses, das nach 100 Jahren in Familienbesitz einem Fast Food Restaurant weichen soll. Innerhalb weniger Stunden will Barry es mitsamt der Einrichtung und der dazugehörigen Wohnung versteigern.

Die größte Erfolgsstory der virtuellen Versteigerungen kann das Online-Auktionshaus ebay verzeichnen. Inzwischen verkaufen und kaufen Millionen Deutsche Gerümpel und Kleinod übers Internet. Gerry aus München hat aus Auktionslust und -frust bei ebay Kapital geschlagen: Wem die Abwicklung der Versteigerung zu aufwendig ist, der kann seine Sachen in Gerrys „drop shop“ bringen. Dort wird alles fotografiert, bei ebay angeboten und nach Zuschlag verschickt – gegen Provision natürlich.

Zurück