Der Neid-Faktor.

Luxusprobleme der Reichen und Schönen.

Samstag, 11.10.2008 22:15 Länge: 96 min

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„Perverse Luxusphantasien" nennt Promi-Makler Matthias K. seine Bauvorhaben auf Mallorca. Gerade inspiziert er eine riesige Baustelle für eine Wohnanlage der Superlative. Pool, geräumige Garage, Fitness-Bereich und höchste Sicherheitsstandards gehören dabei zur Grundausstattung. 10 Millionen Euro kostet das Prachtanwesen auf 2.600 Quadratmetern. Das Problem: Wer kauft so etwas, oder etwas präziser formuliert: Warum dieses und kein anderes? Denn wo der Makler Sorge hat, sein teures Objekt loszuwerden, hat ein Käufer seine ganz speziellen Probleme: Nicht der Kaufpreis ist es, sondern die Originalität, der Neid-Faktor: Hat die Immobilie etwas, dass mein Nachbar, der Bankier, nicht hat? Wird die adelige Millionärin auf dem Hügel gegenüber wenigstens ein bisschen blass vor Neid?

Weltweiter Inbegriff für Superlative und Luxus ist das Emirat Dubai am Arabischen Golf. Ein Paradies für Luxusmakler und deren Kunden, auf der Suche nach exklusiven und außergewöhnlichen Objekten. Hier bauen die Herrschaftsfamilie und internationale Großinvestoren nach dem Motto: „Geht nicht, gibt's nicht." Das höchste Gebäude der Welt, das „Burj Dubai", künstliche Inseln mit Luxusvillen und das teuerste Hausboot der Welt für ein komfortables Leben auf dem Wasser sind exemplarisch für eine Stadt, in der Geld keine Rolle spielt. Doch auch hier finden wir Luxus-Probleme: In einer vergoldeten Suite des Burj fühlen sich europäische Gäste, die sich alles leisten können „wie im goldenen Käfig".

Dem entfliehen immer mehr Araber regelmäßig in den kühlen Norden: Zum Beispiel nach München. Wo vor Jahren noch Japaner dominierten, oder Amerikaner lautstark nach dem „Hofbräuhaus" suchten, sind immer mehr Menschen aus dem nahen und mittleren Osten zu Besuch. Seit etwa drei Jahren geben Araber ihr Geld lieber in München als in London oder New York aus. „Ich fühle mich in London nicht mehr sicher und es gibt hier den Luxus, den ich gewöhnt bin", sagt ein unscheinbarer Familienvater, der gerade für 48.000 Euro bei Versace eingekauft hat. Bayern beherbergt inzwischen jährlich über 10.000 Gäste aus Riad, Dubai oder Kuwait.

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