Der Wanderzirkus

Eine kleine Familie mit großen Nummern

Sonntag, 13.08.2007, 23:00 Uhr, Länge: 36 Minuten

zurück

Seit rund 200 Jahren tingelt der Familien-Zirkus Lauenburger schon durch deutsche Dörfer. Früher unterwegs mit seinen Eltern, ist Andre Lauenburger heute selbst Direktor. Mit drei Frauen - Mutter, Schwester und Ehefrau - und vier Kindern reist der 32-Jährige durch Deutschland. Oft schlägt ihnen Ablehnung entgegen: wenn sie in ein neues Dorf einfahren, wenn die Kinder wieder einmal die Schule wechseln. Doch die Lauenburgers haben sich längst an die Ausgrenzung gewöhnt. Obwohl sie es nicht verstehen. „Was ist an uns anders, nur weil wir im Wohnwagen leben?"

Früher ging es mit der Pferdekutsche voran, heute per Zugmaschine. Noch vor einer Generation waren die Lauenburgers eine Großfamilie, heute sind es nur noch acht. Ihr Leben ist hart und entbehrungsreich. Jeden Tag reisen, aufbauen und auftreten, die Tiere versorgen, dazu ständiges Planen und Organisieren. Am Ende aber keine Sicherheit, immer Sorge um die Zukunft - das ist Zirkusleben, fernab aller Träume von Freiheit und Unabhängigkeit.

Viel Geld verdient man mit den Auftritten in der Manege schon lange nicht mehr. Das Publikum ist gesättigt von Fernsehen, Videospielen und Internet. Immer weniger Eltern nehmen sich Zeit und Muße, mit ihren Kindern einen Klein-Zirkus zu besuchen.Zu manchen Vorstellungen kommen nur noch zehn Zuschauer - so sind nicht einmal die Kosten gedeckt. Doch Aufgeben kommt für die Lauenburgers nicht in Frage, Zirkusleute leben vom und für den Applaus. Acht Generationen des Familienclans haben als Clown und Artisten ihren Lebensunterhalt verdient. Und so soll auch die Zukunft aussehen.

Zurück