Die Flugengel

Retter am Airport und in der Luft

Sonntag, 24.01.2010 23:50 Uhr

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Süddeutsche Zeitung TV über Flughafenärzte, fliegende Doktoren und den Kampf um Leben und gegen die Zeit.

Fliegen ist und bleibt beliebt. Um fünf Prozent wuchs die Zahl der Gäste an deutschen Flughäfen im vergangenen Jahr. Die Hälfte der Passagiere will nur umsteigen – wenn sie dazu in der Lage sind. Denn für viele endet die Reise nicht am Zielort, sondern im Rettungswagen. Am Flughafen Frankfurt können medizinische Notfälle zügig und direkt im eigenen Airport-Krankenhaus versorgt werden. Doch viele Notrufe ereignen sich außerhalb der großen Städte – dann müssen die Notärzte auf dem schnellsten Weg zu ihren Patienten. Und der führt durch die Luft.

Flughafen Frankfurt, 150.000 Passagier täglich. Anja S. und Holger R. sind unterwegs im Rettungswagen. Von der Wache auf dem Vorfeld rücken die beiden Rettungssanitäter bei medizinischen Notfällen aus. Der Ernst der Situation stellt sich oft erst heraus, wenn sie bei den Patienten eintreffen. So fühlt sich ein Geschäftsmann nach der Landung „irgendwie nicht wohl“ und bekommt plötzlich starke Bauchschmerzen. Diagnose: lebensbedrohlicher Darmverschluss. Der Mann muss zur Not-OP.

Klinikum Murnau. Notruf für den Helikopter „Christoph Murnau“ vom ADAC, eine fliegende Intensivstation. Einsatzort: Eine Landstraße im Westen von München, dort hat sich ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Dr. Gregor S. ahnt bereits, dass ihn der schwerste Einsatz seit Wochen erwartet. Vor Ort ein Horror-Szenario: Ein PKW ist bei einem Überholmanöver frontal mit einem anderen Wagen zusammengestoßen. Feuerwehr, Polizei und Rettungsfahrzeuge kämpfen um das Leben der Verunglückten. In einem der beiden Fahrzeug-Wracks ist eine junge Familie eingeklemmt: ein Mann mit seiner hochschwangeren Frau. Jede Sekunde entscheidet über Leben und Tod.

Innsbruck. Etwas weniger dramatisch geht es im sogenannten „Gipsbomber“ zu. Der spezielle Krankentransport-Flieger startet mehrmals täglich. Die Passagiere: Urlauber mit Skiverletzungen. Ärztin Dr. Eva K. fliegt immer mit, da es auch während des Flugs oft zu medizinischen Noteinsätzen kommt.

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