Die Klinkenputzer

Shopping zwischen Tür und Angel

Sonntag, 28.03.2010, 23:20 Uhr, Länge: 36 Min.

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Süddeutsche Zeitung TV über Vertreter, Direktvertriebler und Verkaufspartys in Deutschlands Wohnzimmern.

Ob vom Staubsaugervertreter an der Haustür oder bei intimen Dessouspartys im Freundinnenkreis – Deutschland kauft gerne vom Direktvertrieb. Mehr als jeder zehnte Bundesbürger hat schon an einer persönlichen Verkaufsshow in den eigenen vier Wänden teilgenommen. Bequemes Einkaufen – das schätzt der Kunde von heute. Aber wer ist potenzieller Kunde, bei wem lohnt es sich zu klingeln? Bis zur Antwort auf diese Frage muss ein Vertreter jede Menge Klinken putzen.

Sie kommen meist ohne Termin und ohne Vorwarnung: Vertreter. Ihr Alltag ist das Geschäft zwischen Tür und Angel. Ein harter Job, bei dem oft die Türen knallen. Dennoch: Mindestens die Hälfte aller Deutschen hat schon mal etwas über den Direktvertrieb gekauft. Die Mitglieder des Bundesverbands Direktvertrieb geben ihren Umsatz für 2008 mit 1,7 Milliarden Euro an – inklusive der nichtorganisierten Vertreter dürfte der Umsatz weit höher liegen. Die letzte Statistik von 2005 spricht von 8 Milliarden Euro Umsatz im Haustürgeschäft.

In Deutschland arbeiten mehrere hunderttausend Vertreter. Und längst werben die nicht mehr nur für Staubsauger, Versicherungen oder Tupperware. Werkzeuge, Tierfutter, Unterwäsche, ja sogar Autos werden mittlerweile an der Haustür beziehungsweise im Wohnzimmer verkauft. Die Verkaufsstrategie ist abhängig vom Produkt. Sachlich, seriös, mitunter ein bisschen trocken gerät die klassischste aller Vorführungen: die des Staubsaugers.

Der Markt für Direktvertrieb leidet unter der Wirtschaftskrise, eine verwandte Branche nicht: das Wohnzimmershopping. Feuchtfröhlich geht es beim Kauf neuer Unterwäsche zur Sache. Eine Gastgeberin lädt Freundinnen zu einer Shopping-Party ein. Das Wohnzimmer wird zum Catwalk. Ein Verkaufsprofi einer Dessousfirma sorgt für Ware und deren Präsentation, Alkohol für eine lockere Atmosphäre. Dann fallen nicht nur Hemmungen, sondern auch Hüllen – und am Ende natürlich die Entscheidung über Kauf oder Nicht-Kauf.

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