Die Schmutzsheriffs

Spürnasen und Urlaubstester im Hotel

Sonntag, 26.07.2009 23:15 Uhr

zurück

Diesen Film käuflich erwerben

Süddeutsche Zeitung TV über strenge Hausdamen, penible Hoteltester und Haare im Hotelbett.

Er kommt unangemeldet und unerkannt: Hoteltester Axel J. Er sucht nicht Sonne, Sand und Meer, sondern Haare, Schmutz und Schimmel. Seine Ergebnisse veröffentlicht er – für jedermann einsehbar – im Internet.

5-Sternetester Martin S. kommt dagegen auf ausdrücklichen Wunsch und ohne einen Cent zu zahlen. Dafür bekommt der Hoteldirektor eine kostenlose, aber grundehrliche Meinung zu seinem Haus – leider ist die ist nicht immer erfreulich. Bewertungen, ob von Privatpersonen im Internet oder von Profis, spielen im hart umkämpften Hotel- und Urlaubsmarkt eine immer größere Rolle. Ein Stern im Internetportal zu wenig kann viele Tausend Euro Verlust bedeuten.

Im Internet kann jeder seine Meinung zu Hotels abgeben. Aber Einträge im Forum können auch von der Konkurrenz sein, oder vom eigenen Personal. Und deswegen ist Axel J. viele Wochen im Jahr unterwegs, um die Einträge in seinem Hotelbewertungs-Portal zu überprüfen. Er ist das, was man einen unerwünschten Gast nennt. Denn wenn der angebliche Urlauber sich am Ende seines Besuchs als Hoteltester vorstellt, haben die wenigsten Hotels etwas zu lachen. Für ein Bewertungsportal bereist Axel J. die ganze Welt – immer auf der Suche nach Perfektion.

Martin S. ist ebenfalls Hoteltester. Er arbeitet allerdings nicht wie Axel J. undercover, sondern ruft vorher bei den Hotels an, die er testen möchte. Der Nutzen für die Direktion: Sie erfährt von Anfang an, was nicht ganz rund läuft in ihrem Haus – und kann es sofort ändern. Dank seiner Geschäftsidee hat Martin S. es geschafft, kostenlos in den teuersten Häusern abzusteigen.

Auch im Hyatt Hotel am Potsdamer Platz erwarten die Gäste perfekten Service, Sauberkeit und immer ein frisch bezogenes Bett nebst frischer Wäsche. Die Kontrolle der Zimmermädchen übernimmt Birgit B., eine resolute Mittdreißigerin, der Feldwebel der Federbetten. Sie ist sich nicht zu schade, mit dem Finger in Winkeln zu stochern und den gefundenen Staub mit bösem Blick dem Zimmermädchen zu präsentieren. Dann heißt es oft: Nachputzen.

Zurück