Die Schönen und der Kiez

Machtwechsel im Milieu

Samstag, 18.09.2010 22:00 Uhr, Länge: 96 Min.

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Süddeutsche Zeitung TV über weibliche Karrieren, Kunden und Konkurrenz im Rotlichtmilieu.

Prostitution ist ein Milliarden-Business: allein in Deutschland verdienen rund 400.000 Frauen ihr Geld im Gewerbe. Während in vielen Köpfen nach wie vor das Bild der Hure als abhängiges Wesen dominiert, emanzipiert sich die Prostitution in Deutschland mehr und mehr als legalisiertes und reguliertes Dienstleistungsgewerbe. Und mit ihr die Frauen, die im Milieu arbeiten. Von der selbstständigen Prostituierten, über die geschäftstüchtige Bordell- oder Agenturbesitzerin bis hin zur Rotlichtfotografin - das „schwache" Geschlecht übernimmt zunehmend selbst die Zügel im Milieu.

Das Luxussegment der Prostitution heißt Escort. Männer suchen beim Treffen mit einer Escort-Dame nicht nur schnellen Sex, sondern die Illusion eines realen Dates inklusive Abendgestaltung. Elissa ist 31, attraktiv und wortgewandt - und arbeitet gerne als „Geliebte auf Zeit", wie sie es nennt. Ein Abend mit ihr beginnt mit Kennenlernen und Vorabbezahlung im Hotelzimmer. Von dort aus geht es zum klassischen Date: in die Oper, ins Theater oder einen Sushi-Kurs. Einzig von vornherein klar ist: Der Abend endet gemeinsam im Hotel.

Hing vor einigen Jahren noch jede Prostituierte von ihrem Zuhälter ab, so verschwinden diese Männer heute zusehends von der Bildfläche. Die Frauen vermarkten sich entweder selbständig im Internet, oder sie arbeiten in einem Bordell, wo für ihre Sicherheit gesorgt wird. Melanie S. führt in Leipzig das Maison Rouge und kümmert sich im Alleingang um Geschäft und Gemütslage der 25 Frauen, die bei ihr arbeiten.

Eine Frau, die in sämtlichen Bordellen Münchens ein- und ausgeht, ist Ana D. Sie arbeitet als „Rotlichtfotografin" und verhilft den Prostituierten zu werbekräftigen Anzeigen. Denn wie überall gilt auch hier: Wer nicht wirbt, der stirbt. Wenn Ana die Damen in erotischen Posen für die Kamera arrangiert, erlebt sie jedoch oft, dass die Damen gar nicht so freizügig sind, wie man denken sollte.

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