Die Vielflieger

Traumjob über den Wolken

Montag, 30.04.2007 23:00 Uhr

zurück

Diesen Film käuflich erwerben

In den Fünfzigern war Fliegen reinster Luxus, seit den späten Achtzigern ist das Flugzeug Massenverkehrsmittel, dann gerieten die großen Airlines durch Dumpingpreise der Billigflieger ins Trudeln. Aktuell macht der weltweite Aufruf der Klimaschutzexperten, weniger zu fliegen, der Branche zu schaffen. Und dennoch: die Menschheit hebt ab, Pilot und Stewardess gehören weiterhin zu den beliebtesten Berufen und allein der Frankfurter Flughafen beschäftigt über 70.000 Mitarbeiter.

Der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit, die Faszination der Massen erst gut 50 Jahre. In Deutschland nahm die Lufthansa zehn Jahre nach dem zweiten Weltkrieg den Linienbetrieb wieder auf. Margot R. belegte damals den ersten Ausbildungskurs für Stewardessen - über 1000 junge Frauen hatten sich beworben, 17 wurden genommen. Margot R. wurde ein kleiner Star: In den ersten Filmen über die Lufthansa - inszeniert wie fürs Kino - spielt die junge Pionierin souverän sich selbst. In den Maschinen gab es damals noch keine Trolleys, Tassen und Gläser wurden auf Tabletts getragen. Nicht nur das hat sich seither geändert. Inzwischen betreibt die Lufthansa ein eigenes Trainings-Center, die Zahl der jährlichen Auszubildenden hat sich um etwa ein Fünfzigfaches erhöht und die Stewardess heißt inzwischen Flugbegleiterin. Die kümmert sich in der ersten Klasse dann schon mal um einen Passagier, der für den 5000 Euro Flug nach Dubai seinen Weißwein auf exakt 8,2 Grad temperiert wünscht!

Auch der Aufwand der Cateringfirma LSG-Skychefs ist für die erste Klasse ein anderer. Allein am Münchner Flughafen bereiten 19 Köche die Menüs für die privilegierteren Fluggäste vor. In Frankfurt müssen die First Class Passagiere nicht mit den Normal-Fliegern am Gate warten. Für sie steht eine Extra-Lounge bereit und statt Kaffee und Tee aus dem Automaten bietet die Bar über 70 verschiedene Whiskeysorten, 25 Cocktails und eine täglich wechselnde Speisekarte.

Doch nicht nur für das Wohl der menschlichen Passagiere will gesorgt sein. Die Lufthansa transportiert auch Luxusautos, Diamanten, Computerbauteile und Tiere vom Zuchtkarpfen bis zum millionenschweren Rennpferd. Und damit ein Langstreckenflugzeug binnen zweieinhalb Stunden nach seiner Ankunft wieder startklar ist, müssen alle Kräfte am Boden parallel funktionieren: Aufräumen und Auftanken der Maschine, der technische Check und das Beladen mit Gepäck und menschlicher und tierischer Fracht. Dass letztere weder Krankheiten ein- oder verschleppen, dafür sorgen die flughafeneigenen Veterinäre auf der Tierstation.

Zurück