Ein bisschen Klatsch muss ein

Aus dem Haifischbecken des Boulevardjournalismus

Sonntag, 15.11.2009 23:15 Uhr

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Süddeutsche Zeitung TV über den Kick beim Klick, den Kampf um die exklusivste Geschichte und die Etikette am Roten Teppich.

Wenn ein Hauch von Hollywood durch die Berliner Luft weht, ist es wieder soweit: Die Verleihung des Deutschen Filmpreises steht an. Nirgendwo sonst in Deutschland tummeln sich so viele Stars auf so wenig Raum – und nirgendwo sonst müssen sie ihn sich mit so vielen Reportern und Fotografen teilen. Lächeln gehört zum Geschäft – und so stehen Hannelore Elstner, Katja Riemann, Heino Ferch und Jenny Elvers-Elbertshagen geduldig Rede und Antwort im Blitzlichtgewitter. Denn für die Stars wie auch für die Journalisten gilt: Nur wer gedruckt wird, überlebt.

Gesellschaftsreporterin Hendrikje K. tänzelt routiniert und gelassen durch den wichtigsten Einsatz im ganzen Jahr. Sie beherrscht sie perfekt: die Kunst, Prominente um den Finger zu wickeln. Sie weiß, wo der beste Platz am roten Teppich ist und welche Fragen sie den Stars stellen muss, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Nicht umsonst arbeitet die TV-Journalistin für eines von Deutschlands größten Boulevardmagazinen. Hendrikje ist mit vielen Berühmtheiten auf Du und Du, und bekommt exklusiven Zutritt zu Orten, von denen Otto-Normal-Reporter nur träumen kann: Hinter die Kulissen des Deutschen Filmpreises, wo Promis sich fernab der Kameras mitunter ganz privat geben.

Goran N. ist Gesellschaftsfotograf, nicht Paparazzo – darauf legt er großen Wert. Der Münchner hat sehr zu kämpfen mit dem schlechten Ruf seiner Branche. Obwohl rücksichtslose Paparazzi in Deutschland sehr selten sind, macht es die Rechtssprechung fast unmöglich, Fotos von Prominenten gegen deren Willen zu veröffentlichen. Gorans Geschäftsprinzip: Gegenseitigkeit. Er drückt nie ohne Einverständnis ab. Im Gegenzug posieren die Promis geduldig für Gorans Kamera – man kennt den Fotografen mit dem blonden Pferdeschwanz. Die wahren Gegner sind Gorans Kollegen, die ihm seine hart erkämpften Motive streitig machen.

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