Generation Gold.

Hausbesuch bei reichen Russinnen

Sonntag, 21.09.2008, 23:00 Uhr, Länge: 36 Min.

zurück

Prada statt Prawda: Nach neuester Zählung leben über 70.000 Dollar-Millionäre in Moskau, dazu noch 33 Milliardäre. Sichtbar ist dies nur zum Teil, etwa wenn auf der noblen Twerskaja-Straße zahllose Porsche Cayenne einträchtig nebeneinander im Stau stehen. Dieses Modell ist das typische Frauenauto, analog dem Mini in Deutschlands schicken Gegenden vielleicht, nur deutlich teurer.

Ewgenia hat ihren Cayenne von ihrem Freund geschenkt bekommen, in einer Sonderedition: Rosa wie ein Schweinchen, ihre Lieblingstiere. Ewgenia ist Model, und hat den russischen Traum der Neuzeit verwirklicht: Aus einem Kleinstädtchen am Ural in die Hauptstadt, von einer unbedeutenden Schule mit kaum Zukunftsaussichten in die upper class Moskaus, zu Yachten und teuren Pelzboutiquen.

Die wilden Zeiten der Jelzin-Ära, als goldene Klobrillen und diamantverzierte Wasserhähne en vogue waren, sind allerdings vorbei. Teuer ist aber immer noch in: Inzwischen sind die Gemälde an den Wänden der Superreichen nicht nur teuer, sondern auch etwas stilsicherer. Familie Marchenkov ist ein Beispiel der Rubeljovka-Gesellschaft, benannt nach der Straße in Moskaus teuerste Wohngegend. Hier steht praktisch an jeder Ecke ein FSB-Agent oder Polizist, denn auch die Staatsführung lebt hier. Sichtbar ist es immer dann, wenn die komplette Straße für 20 Minuten gesperrt ist, bis die Präsidenten-Kolonne durchgerauscht ist.

Erst danach darf Isolda, ein ehemaliger Popstar, ihren Rolls-Royce wieder an den Niederlassungen zahlreicher Luxusmarken vorbeischweben lassen. Isolda lebt in einer überraschend modernen, klar gestalteten Villa gleich hinter dem Luxury Village. Seit sie einen Immobilientycoon geheiratet hat, ist in ihrem Leben viel Zeit: Zum Besuch beim Poloturnier etwa, wenn sich die beste Gesellschaft bei Kaviar und Champagner trifft.

Zurück