Glanz, Glamour und Gloria

Die Leiden der armen Reichen

Sonntag, 21.11.2010, 23:20 Uhr, Länge: 36 Min.

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Süddeutsche Zeitung TV mit dem etwas anderen Blick auf die High Society dieser Welt und ihre Sorgen mit dem lieben Geld.

Sie beneiden die Reichen um ihren Reichtum? Haben Sie lieber Mitleid! Denn Geld ist ein Diktator. Unter der Knute des Kapitalismus haben flotte Autos, schicke Klamotten und luxuriöse Unterkünfte das Zepter in der herrschenden Klasse übernommen. Wo das Geld regiert, hat der Mensch nichts mehr zu sagen. Während die oberen Zehntausend aus Deutschland sich aus Angst vor Neidern auf eine gar nicht so kleine und abgeschiedene Insel im Mittelmeer flüchten, sitzen die arabischen Ölscheichs in der Wüste fest und müssen sich ihre Inseln selber bauen. Und im neuen Russland ist man kein Oligarch, wenn man nicht ein goldbehangenes, glitzerndes und daher äußerst kostspieliges Weibchen mit sich führt.

Über Geld spricht man nicht, man hat es. Zumindest hierzulande. Reiche müssen sich hier verstecken, vor all den Neidern, die ihnen die Früchte harter Arbeit nicht gönnen. Sie dürfen in Düsseldorf, München oder Frankfurt nicht zeigen, was sie haben. Sie sitzen auf Mallorca in ihren Villen mit Pool und Meerblick, eingesperrt wie schillernde Pfauen in einem goldenen Käfig. Sie schippern auf ihren Yachten in den Buchten der Insel umher und fragen sich, womit sie dieses Schicksal verdient haben. Denn egal wie viel Geld der Deutsche auch hat - das Jammern ist auch in der Oberliga Volkssport Nummer Eins.

Die Araber sind nicht viel besser dran. Niemand mag sie wirklich, weil sie auf ihrem Öl sitzen wie die Henne auf dem Ei. Sie versuchen sich Freunde zu kaufen, indem sie ihr Geld im Westen unter die Leute bringen. Indem sie teures Geflügel aus deutschen Züchtungen und Luxuskarossen aus deutschen Werkstätten importieren. Sie versuchen Touristen in ihr Land aus Sand zu locken, indem sie pompöse Hotels und künstliche Inseln aus dem Boden stampfen. Und leben eben doch nur in der Wüste.

Aber am schlimmsten hat es die Russen getroffen, oder besser: die Russinnen. Sie sind moderne Sklavinnen, höchstbietend verheiratet an die superreichen Oligarchen und von nun an dazu verdammt, ewig jung und schön und unemanzipiert zu bleiben.  Sie verbringen ihre Tage damit, beim Polospiel dekorativ am Spielfeld zu stehen, auf Pelzmodenschauen das Publikum zu verschönern und abends in Moskaus Clubs wirkungsvoll auf dem Schoß der Herren zu sitzen. In der ständigen Angst, schon morgen ausgemustert und durch eine jüngere ersetzt zu werden. Denn Frauen gibt es in Russland wie Sand in Dubai.

 

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