Grenzfälle

Von Fahndern und Fälschern, Schmugglern und Spurensuchern

Montag, 27.06.2005, 23:00 Uhr, Länge: 36 Min.

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Die A-15, kurz nach der deutsch-polnischen Grenze. Ein Zollbeamter der „Mobilen Kontroll-Gruppe" winkt einen polnischen VW-Bus aus dem Verkehr. Was den Wagen verdächtig macht, kann er nicht genau sagen: „Das ist so ein Gefühl und die jahrelange Erfahrung." Nach einer viertel Stunden ist seine Vermutung bestätigt: Das Fahrzeug ist vollgestopft mit Zigaretten, verteilt in den Seitenverkleidungen und einer Bassrolle für die Stereoanlage. Der Zigarettenschmuggel zwischen Deutschland und Polen blüht. Rechts der Oder kostet die Packung Glimmstängel nur ein Drittel des deutschen Preises. Die Gewinnspanne für Dealer ist dementsprechend hoch. Den Schaden hat der Staat. Durch das Schmuggelgeschäft entgehen Deutschland jährlich Steuereinnahmen in Millionenhöhe.

Thomas E. hat ähnliche Sorgen. Er ist Jurist des Sportartikelherstellers Puma und prüft vom tschechischen Zoll beschlagnahmte Fälschungen: Billig geklebte Turnschuhe mit aufgeklebtem Puma-Logo und ohne Fersenkappe. 800.000 Paar Schuhe hat der Konzern im letzten Jahr weltweit beschlagnahmt. Der finanzielle Schaden ist enorm. Dazu kommt die Gefahr eines Imageverlustes. Gefälschte Artikel sind qualitativ immer schlechter, Nähte platzen auf oder die Klebstoffe der Imitate enthalten giftige Substanzen. „Damit verschrecken sie am Ende auch den rechtmäßigen Käufer", sagt der Jurist.

Süddeutsche TV über das lukrative Geschäft mit Produktfälschungen und die mühevolle Arbeit der Zollbehörden und Produktschützer.

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