Häppchen und Schnäppchen

Von Feinkost und Restposten

Montag, 16.04.2007 23:00 Uhr, Länge: 36 Minuten

zurück

Geiz ist geil scheint Gesetz. Einkaufen war gestern, heute jagt der Kunde Schnäppchen. So auch bei Alexander Walzer, 37. Sein geschäftliches Motto: Ich will der Billigste sein. Der selbsternannte Postenmessias verkauft Ware zu Schleuderpreisen und das in Massen: Unfallware, Insolvenz- und Lagerrestbestände. Ganz anders die Firmenphilosophie von Feinkost Käfer. Das Traditionsunternehmen aus München setzt auf Qualität und Exklusivität. Klasse statt Masse. Und die hat natürlich ihren Preis. 

Bei Göttingen eröffnet Alexander Walzer sein neues Tiefpreisparadies. 4.000 Quadratmeter Verkaufsfläche für Rabatte, Ramsch und Restposten. In Walzers Welt dreht sich alles ums Kaufen und Verkaufen, um Schnickschnack und Schnäppchen. Seine Kunden wandern von Wühltisch zu Wühltisch oder kaufen direkt aus Kisten und Kartons. Scheibenwischer, Schlüsselanhänger, Schlafanzüge. Selbst Lebensmittel wie Würstchen mit Schönheitsfehlern oder Süßigkeiten kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums finden sich in Walzers Warensortiment wieder.

So etwas wäre bei Feinkost Käfer undenkbar. Das Traditionsunternehmen aus München stellt höchste Qualitätsansprüche an seine Produkte. Hauseigene Mitarbeiter kaufen exklusiv im In- und Ausland ein. Die Delikatessen werden im edlen Ambiente angeboten, die Preise sind hoch, die Stückzahlen gering. Der Name Käfer bürgt für Qualität und wird gerne mitbezahlt. Den Kunden ist klar: diese Lebensmittel sind Luxus.  

Auch bei Alexander Walzer ist der Wohlstand nicht zu übersehen, allerdings nicht im Laden. Doch Fragen über Geld, Gewinne und seine goldene Uhr sind ihm ebenso unangenehm wie gescheiterte Geschäfte, lästige Ladenhüter oder knauserige Kunden. Dann wird der Mann mit den Marktschreierqualitäten plötzlich wortkarg.

Zurück