Hoffnung und Verzweiflung

Die Suche nach vermissten Angehörigen

Montag, 18.06.2007, 23:00 Uhr, Länge: 36 Min.

zurück

Diesen Film käuflich erwerben

Es geschieht jeden Tag. Menschen gehen aus der Tür und kommen nicht mehr zurück: Kinder, Ehepartner, Freunde. Erst hoffen die Zurückgebliebenen auf einen Zufall, dann befürchten sie einen Unfall, schließlich erstatten sie Anzeige, in der Regel nach 24 Stunden.

Vermissten-Stelle der Kripo München: Vor Kriminalhauptkommissar Alois N. sitzt die Mutter der 16-jährigen Babette. Das Mädchen kam am Vorabend nicht nach Hause, die Mutter blieb die ganze Nacht wach, wartete und weinte. Jetzt, am nächsten Morgen, meldet sie die Tochter als „Vermisst". Alois N. fragt viel: Wie sind die Schulnoten? Wie lebt die Familie? Hat Babette ein Handy? Dann schickt er die Mutter nach Hause, nimmt den Hörer in die Hand und beginnt zu organisieren. Als erstes schickt er eine Streife der Polizei in die Schule, andere Kollegen sollen den Keller im Wohnhaus der Familie absuchen. Intern schreibt er Babette zur Fahndung aus: Jetzt weiß jeder Polizist der Region, das Babette vermisst ist.

Erst wenn keine Suchaktion hilft, landet der Name beim Bundeskriminalamt in der Datei „Vermisste Personen und unbekannte Tote". Täglich gibt es bis zu 250 neue Einträge. Aktuell gelten über 5000 Deutsche als vermisst.Auch Kristina E. aus Rinteln ist wie vom Erdboden verschluckt: Am 16. Januar 2007 verlässt die 22-Jährige gegen 8:40 Uhr ihre Wohnung. Kurz danach sieht ein Zeuge ihren roten Mazda auf einem abgelegenen Parkplatz. Seitdem fehlt jede Spur. Noch am selben Abend meldet ihr Lebensgefährte Kristina bei der Polizei als „Vermisst".

Es vergehen zwei Wochen. Ohne ein Lebenszeichen eines Menschen, den man besonders liebt. Für Eltern, Lebenspartner und Freunde ein fürchterliches, lähmendes Erlebnis. Viele versinken in Depressionen: sie warten und hoffen, dass die vermisste Person einfach wieder nach Hause kommt. Anders bei Kristina: Ihre Angehörigen werden aktiv, organisieren private Suchaktionen, verteilen Flugblätter und starten eine Seite im Internet.Taucherstaffeln der Polizei suchen die Weser ab. Finden ein Mobiltelefon. Kristinas Freund identifiziert es: Es ist sein altes Handy, er hatte es an sie weitergegeben.

Am 5. Februar entdecken Beamte die Leiche der jungen Frau in der Nähe des Fundortes ihres Mobiltelefons. Die Polizei ist sicher: Selbstmord. Das wollen und können die Angehörigen nicht glauben. Ihre Suche geht weiter, die Suche nach Antworten.

Zurück