Kaufen macht glücklich!

Zwei Konsum-Profis packen aus.

Samstag, 12.09.2009 22:00 Uhr

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Süddeutsche Zeitung TV Spezial über die Tricks und Trends der Konsumforschung, einen Unternehmer, der fest an den Standort Deutschland glaubt, und die Frage, warum Luxus und Ramsch auch in der Krise Konjunktur haben.

Wir alle konsumieren täglich: Ob eine Tafel Schokolade, eine Packung Milch, die Buchung für den nächsten Urlaub oder der regelmäßige Besuch an der Tankstelle – ohne geht es einfach nicht. Welche Marke wir aber kaufen und in welchem Geschäft, damit beschäftigt sich eine ganze Wissenschaft. Gerade in Zeiten der Krise muss die werbetreibende Wirtschaft neue Kunden generieren und an sich binden. Und das schafft sie nicht, ohne unser Konsumverhalten komplett durchschaut zu haben. Während einerseits Bonusprogramme den Markt überschwemmen und Neurologen unser Kaufverhalten per Kernspintomographie analysieren, setzen andere Unternehmen noch immer auf altbewährte Methoden: Kampfpreise, exklusive Ware oder die gute deutsche Wertarbeit.

„Geiz ist längst nicht mehr geil, aber billig will ich immer noch.“ Der selbsternannte Postenmessias Alexander W. verkauft Ware zu Schleuderpreisen und das in Massen: Unfallware, Insolvenz- und Lagerrestbestände. Sein Motto: Billiger geht immer. Bei Göttingen eröffnet Alexander W. sein neues Tiefpreisparadies. 4.000 Quadratmeter Verkaufsfläche für Rabatte, Ramsch und Restposten. Selbst Lebensmittel wie Würstchen mit Schönheitsfehlern oder Süßigkeiten kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums finden sich in seinem Warensortiment wieder.

So etwas wäre bei Feinkost Käfer undenkbar. Das Traditionsunternehmen aus München stellt höchste Qualitätsansprüche an seine Produkte: Klasse statt Masse. Und die hat natürlich ihren Preis. Die Einkäuferin Kristin K. besucht Produzenten persönlich und sucht nach exklusiven Köstlichkeiten für das Sortiment. Die Delikatessen werden im edlen Ambiente mit geringer Stückzahl angeboten. Den Kunden ist klar: Diese Lebensmittel sind Luxus – und der hat immer Konjunktur.

Den Mittelstand trifft die Finanzkrise jedoch hart. Während in Zeiten der Pleiten viele Unternehmen Arbeitsplätze abbauen oder ins Ausland verlagern, setzt einer mit fast missionarischem Eifer auf den Standort Deutschland: Wolfgang Grupp, Eigentümer der Bekleidungsfirma Trigema. Bei jeder Gelegenheit verkündet er seine Firmenphilosophie und seine Botschaft zahlt sich aus: Seine Kunden kaufen aus Überzeugung und die Angestellten sind stolz auf ihren sicheren Arbeitsplatz – denn betriebsbedingte Kündigungen, so der Chef, hat es bei Trigema noch nie gegeben.

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