Liebesfahrt nach Kaliningrad, Teil 2

Deutsche auf der Suche nach russischen Frauen

Montag, 22.10.2007, 23:00 Uhr, Länge: 36 Min.

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Sie heißen Natascha, Ludmilla oder Svetlana. Sie sind: Russinnen aus dem Internet und für einige deutsche Männer die Hoffnung auf das große Liebesglück. Ihre virtuelle Heimat: Die Internetseite von Partnervermittler Waldemar G. Sein Service für besonders interessierte Kunden: Ein Date in der Realität, direkt vor Ort in Kaliningrad. Die Kunden: Heiko, 25 aus Bayern und August, 48, aus Niedersachsen. Ihr Traum: Die Partnerin fürs Leben finden.

Die Wirklichkeit: Frauen am Fließband, flirten mit Wörterbuch und die Hoffnung, die Einsamkeit in Deutschland für immer zu beenden.

Heiko H. sitzt strahlend am Computer. Gerade hat er seine 238. Email an Luisa geschickt. Der Inhalt: „Kannst du dir ein Leben in Deutschland vorstellen." Heiko ist Fruchtsaftmechaniker, 25 Jahre alt und seit mehreren Monaten mit ihr in Verbindung. Kenngelernt hat er die 21jährige Studentin aus Kaliningrad auf einer Internet-Partnerseite, die Kontakt zu russischen Frauen vermittelt. Vor zwei Jahren hatte Heiko noch eine Freundin aus der Nachbarschaft. Doch die neue Frau seiner Träume kommt aus der Russischen Föderation: Nett soll sie sein, bescheiden, natürlich und besonders hübsch. Bald wird er auf Luisa treffen.

Morgens um 4 Uhr geht es los - mit einem Kleinbus 1.100 Kilometer nach Kaliningrad, einer russischen Exklave an der Ostsee. An seiner Seite: Waldemar G., Deutschrusse und Partnervermittler. Er hat die Fahrt organisiert. Erst vor Ort zeigt sich, ob die Frau aus dem Netz auch das hält, was sie verspricht. Schon oft haben liebesblinde Männer Frauen aus dem Internet Geld geschickt, für angeblich erkrankte Verwandte. Zu einem Treffen kam es nie. Mit an Bord des Reisemobils: August, Viehwirt aus Niedersachsen. Den 48jährigen plagt die Einsamkeit auf seinem Bauernhof. Er ist geschieden, das gemeinsame Kind lebt bei der Ex-Frau. Nach 22 Stunden trifft die Reisegruppe in Kaliningrad ein. Am nächsten morgen: Frauen im Überfluss - denn außer den Russinnen, die die Deutschen schon aus dem Internet kennen, kommen auch noch viele Frauen zu einem Casting der Partneragentur.

Ein Stofftier mit langen Ohren ist Heikos Begrüßungsgeschenk für Luisa. Doch im Gepäck liegt eine Kette mit Herz und Diamant bereit, falls aus der ersten Begegnung die große Liebe wird. Landwirt August setzt auf die Taktik: „Erstmal abwarten." Die bisherigen Bewerberinnen haben es ihm noch nicht angetan. Doch sein umtriebiger Partnervermittler macht ihm Mut: „Du findest hier die Frau fürs Leben, drei Tage bleiben noch".

Süddeutsche Zeitung TV berichtet in zwei Folgen über das Gefühl mit Kalkül und deutsche Männer, die ihre Traumfrau in Russland suchen.

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