Menschenjagd

Kopfgeldjäger in Amerika

Montag, 04.02.2002 23:00 Uhr

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Scott Bernstein hat einen gefährlichen Beruf: Er ist Kopfgeldjäger. Bernstein jagt einen Drogendealer aus El Salvador, auf dessen Kopf 4000 Dollar ausgesetzt sind. Scott und seine Kumpanen stürmen mit gezogener Waffe eine Wohnung in einem Vorort New Yorks, in dem sie den Gesuchten vermuten. Die eingeschüchterten Bewohner leisten keinen Widerstand. Sie wissen nicht, ob sie es mit einem Raubüberfall oder der Polizei zu tun haben. Ähnliche Szenen wie diese wiederholen sich oft in einem Land, in dem private Firmen Jagd auf Menschen machen dürfen.

In Deutschland ist die Verbrechensbekämpfung Aufgabe der Polizei. In den USA arbeiten rund 6000 Menschen als Kopfgeldjäger: sie machen Jagd auf flüchtige Straftäter. Dieses Geschäft ist nicht nur gefährlich, sondern auch sehr lukrativ - und hat Zukunft, denn 700 000 Straftäter müssen pro Jahr aufgrund überfüllter Gefängnisse gegen Kaution vorläufig auf freien Fuß gesetzt werden. Ein Gesetz aus dem Jahre 1873 gibt den Kopfgeldjägern sogar mehr Rechte als der Polizei. Sie können zum Beispiel ohne Durchsuchungsbefehl in Wohnungen und Häuser eindringen.

Beauftragt und bezahlt werden die Menschenjäger von sogenannten Kautionsbürgen, die den Häftlingen die Kaution auf eigenes Risiko vorstrecken. Es geht um harte Dollars, und nicht selten trifft es auch die Falschen. Chinelle Moore und ihre fünfjährige Tochter mussten das am eigenen Leibe spüren: Bounty Hunter drangen gewaltsam in ihre Wohnung ein und bedrohten sie, weil sie sich in der Hausnummer geirrt hatten.

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