Rasserammler und Turteltauben

Die Europameisterschaft der Kleintierzüchter

Montag, 07.02.2005, 23:00 Uhr, Länge: 36 Min.

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„Nur die Lockentaube" sagt Gerhard Dehler aus Coburg, „solange ich lebe, kommt bei mir nichts anderes in den Käfig". Er züchtet seit mehr als 40 Jahren Tauben, deren Gefieder tatsächlich gelockt ist - ob das der Aerodynamik zuträglich ist oder nicht. Jetzt will er den Lohn für die Arbeit. Gerhard Dehler hat sich und seine „Täubchen" für die Europameisterschaft der Kleintierzüchter angemeldet.

Die Europaschau ist das wichtigste Ereignis im Leben eines jeden Kleintierfreundes.  20 000 Züchter treffen sich alle zwei Jahre zum Kleintier-Championat, um dort ihre pelzigen oder gefiederten Lieblinge vom Fachmann bewerten zu lassen. Die 27. Europaschau fand in Prag statt, mit 15 000 Tieren in kleinen Drahtkäfigen und ihren meist ziemlich nervösen Besitzern auf der anderen Seite der Gitterstäbe.

Gerhard Dehler hat sich und seine Feder-Freunde optimal auf die Meisterschaft vorbereitet, sie gewaschen, geföhnt und die Locken auftoupiert. Täglich hat er mit den Tieren das richtige „Posieren" vor dem Preisrichter geübt. Nun rechnet er sich gute Chancen aus.

Die Konkurrenz ist riesig. Am Start sind Elsterkröpfer, Lausitzer Purzler, Araucanas, blaue Widder, Antwerpener Bartzwerge, Hermelin Blauaugen, dazu  Kaninchen, Chinchillas und Geflügel aus aller Herren Länder. Die meisten Tiere kommen zwar aus der Kleintierhochburg Deutschland, aber auch  Holländer, Tschechen, Slowenen, Russen, Österreicher, Engländer, Schweizer und Belgier haben ihre Zuchtexemplare mitgebracht.

Für die deutschen Kaninchenzüchter ist Erwin Leowsky mit der Rasse Klein-Silber/ Havannafarben am Start. Er hat diese Saison zwei „Kollektionen" besonders schöner Langohren zusammengestellt und hofft nun ebenfalls auf einen Titel. Doch der 52-jährige nimmt nicht nur als Züchter teil, er ist gleichzeitig auch noch als Preisrichter vor Ort. 120 Kaninchen werden von ihm auf Körperform, Fellqualität, Ohrenstellung und Pflege begutachtet. Zusammen mit 150 Preisrichtern und 15 sogenannten Obmännern ist er im Dauereinsatz, immer auf der Suche nach dem optimalen Rassestandard.

Nach zwei Tagen harter Arbeit stehen die Europameister fest. Doch mit dem Ergebnis sind längst nicht alle zufrieden. Während für die einen Züchter-Träume wahr werden, bricht für andere die Welt zusammen. Für die Tiere endet eine schlechte Bewertung oft fatal: nämlich im Kochtopf.

Süddeutsche TV über kleine Tiere auf dem Laufsteg der Zuchtmeister.

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