Schlemmen für die Dritte Welt

Die kulinarische Mission eines Feinkosthändlers

Sonntag, 29.11.2009 23:55 Uhr

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Süddeutsche Zeitung TV über ein Wettkochen zum Wohle von Kindern in Afrika und das delikate Imperium eines Feinschmeckers.

Gratinierte Speckaustern mit Bianchetti Trüffel, gefüllter Steinbutt, confierter Kabeljau, Hummertartar oder iberische Schweinebäckchen – verspeist zu Gunsten der armen Kinder dieser Welt. Das mag zynisch klingen, ist aber durchaus gut gemeint und gut gemacht: Hinter dem Charity-Event „Spitzenköche für Afrika“ steckt eine Wette zwischen Deutschlands Feinkostkönig Ralf Bos und dem guten Hirten Äthiopiens, Karlheinz Böhm. Soziales Engagement ist für den Düsseldorfer Delikatessenhändler eine Herzensangelegenheit – seine Vorstellung von Nächstenliebe geht sprichwörtlich durch den Magen.

„Top, die Wette gilt!“ hieß es im September 2008. Deutsche Top-Gastronomen wetten gegen Karlheinz Böhm, den Mann hinter der Äthiopienhilfe „Menschen für Menschen“. In nur hundert Tagen wollen die rund 100 Küchenprofis mindestens 250.000 Euro für den Bau einer Schule „erkochen“. Die Idee zu dem Charity-Event hatte Ralf Bos, Feinkosthändler aus Düsseldorf. Als Schirmherrn für die Aktion konnte der Trüffelpapst einen der besten Köche der Welt gewinnen: Eckart Witzigmann. Allein aus dessen ehemaliger Wirkungsstätte, dem Edel-Restaurant „Tantris“ in München, fließen 40.000 Euro in den Spendentopf. Gewinnen Ralf Bos und Witzigmann die Wette, fahren die beiden Feinschmecker persönlich nach Äthiopien, um sich von den Hilfsmaßnahmen zu überzeugen.

Seit 20 Jahren hat sich Ralf Bos dem Lebensmittel-Business verschrieben. Kurz vor Weihnachten riecht es in seinem Versandunternehmen nach Gebäck und Kerzen, nach Zimt, Anis, Koriander und Rum: Der Delikatesshändler probiert erlesene Punschvariationen, um seine weihnachtliche Delikatessenpalette zu erweitern. Um seine geschmacksempfindlichen Kunden in der Adventszeit noch mehr zu verwöhnen, besichtigt er dieses Jahr auch die beste Kaviar- und Störanlage Deutschlands. Er hat den Trend längst erkannt: Weg von russischen, hin zu deutschen Fischeiern. Und auch der beste Christstollen kommt aus heimischer Produktion, aus dem Sauerland. Vier Wochen lang reift das Gebäck in einem stillgelegten Schieferbergwerk heran, bevor Ralf Bos eine exklusive Verkostung gewährt wird.

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