Schnelle Scheine.

Pfandleihhäuser und ihre Kundschaft.

Montag, 14.01.2008, 23:00 Uhr, Länge: 36 Min.

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Es gibt sie überall, meist in den weniger schönen Stadtvierteln: Pfandleihen, auch Leihhäuser genannt. Wer schnelles Geld braucht,  keine Lust oder keine Aussicht auf ein Gespräch mit einem Kreditberater der Bank hat, nimmt das unter den Arm, was Wert hat, und schleppt es in die Pfandleihe. Schmuck  - macht 90 Prozent der beliehenen Ware aus - Elektronik, aber auch Autos und Baumaschinen. Die Bank für schnelles Geld.

Herr M. aus Berlin ist nahezu pleite. Er hat seinen Arbeitsplatz verloren, bezieht ALG 2 und jobbt nebenher - und braucht am Monatsende Geld. Mit seiner Audioanlage unter dem Arm steht er vor Max G., der eine der vielen Pfandleihen in Berlin betreibt. Das Geschäft geht schnell: „Wieviel?" „100 Euro." „Niemals. 20." Und so weiter - der Unterlegene ist immer der Kunde, im Preisgefecht jedenfalls. Denn niemand weiß so gut über den rapiden Preisverfall bei Elektronik Bescheid wie der Pfandleiher. Er ist auch Spezialist für die verschiedenen Goldlegierungen, für Schmucksteine, Edelsteine und solche aus billigem Glas. Dann kennt er noch den Wert von Uhren, Küchengeräten, Bildern  -„alles nix wert" -  und im Zweifel weiß er auch, dass ein Bisky kein malender Politiker, sondern dessen durchaus anerkannter Künstlersohn ist.

Rund eine Million Deutsche suchen pro Jahr die Pfandleihhäuser auf, das so gesammelte Kreditvolumen wird auf 470 Millionen Euro geschätzt. 90 Prozent der Güter werden auch wieder ausgelöst, der Rest versteigert. Und sollte sich kein Käufer finden, landen die Gegenstände am Ende der Verwertungskette: In Kaufhäusern für Bedürftige oder den hauseigenen Läden der Pfandleihen.

Süddeutsche Zeitung TV unternimmt eine Reise in die wunderbare Welt der Warenwerte - deren wahrer Wert oft überschätzt wird.

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