Shoppen in der Krise

Aus der Wunderwelt der Postenmärkte

Sonntag, 07.12.2008, 23:00 Uhr, Länge: 36 Min.

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Etwa 10.000 Postenmärkte gibt es in Deutschland, und täglich kommen neue hinzu. Thomas und Timur T. sind Angestellte eines Sonderposten-Großhandels in der Nähe von Bremen. Thomas, der ältere, ist für den Verkauf zuständig, Timur für den Einkauf - das heißt: Überproduktionen, Fehlverpackungen, Auslaufmodelle und was sonst noch im Handel in den Regalen wie Blei liegt und die Entsorgung zu teuer wäre. Turmhoch stapeln sich Sportausrüstungen, Konserven, Wäschekörbe, Barbie-Imitate, Barhocker, Kickertische, Putzschwämme, Handcremes, Würstchen, Spielzeugautos, Lego-Sets, Wärmflaschen im Schweiz-Design, Leitern, Hämmer, Lampen aller Art, Uhren, und und und.

Zum Geschäftsmodell gehört auch, Existenzgründern unter die Arme zu greifen - und deren Sonderpostenmärkte anschließend reichlich mit Ware zu versorgen. Riad L., trotz seines tunesischen Namens ein waschechter Schweizer, möchte einen Ramschmarkt in Schaffhausen eröffnen, einer kleinen Schweizer Exklave am Bodensee. Er besucht die Brüder T. im Lager - und schon geht das Gefeilsche los: 2 Cent pro Putzschwamm oder doch 3 Cent für 2? Bei Abnahme von 1000 Stück? So geht es stundenlang, bis die Ware transportfertig ist.

Die Überraschung wartet dann, so zeigt es die Erfahrung, immer an den Tagen vor der Eröffnung. So auch in Schaffhausen, als Riad L. den LKW mit der sehnsüchtig erwarteten Billig-Cola in Empfang nimmt. Die Ware ist zwar da, aber der Fahrer war offenbar ein wenig sportlich unterwegs...

Währenddessen kümmert sich Timur T. um einen ganz besonderen Fall: Ein Postenhändler hat Pleite  gemacht und sein Lager wird zwangsversteigert. Der Mann ist nicht irgendwer, sondern ein Großhändler, der schon mehrmals auffällig war, weil seine Ware schlicht Schrott war. Timur will sich mit einem brutalen Billig-Angebot für den gesamten Warenbestand rächen

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