Stars von der Schulbank

Wenn Kinder Karriere machen

Sonntag, 02.05.2010, 23:25 Uhr, Länge: 36 Min.

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„Harry Potter“, „E.T.“ oder „Kevin - Allein zu Haus“ – unvergessliche Filme, in der Hauptrolle: ein Kind. Viele Eltern träumen von so einem bilderbuchreifen Erfolg für ihren Nachwuchs. Doch was mit Kinderstars nach dem großen Durchbruch passiert, ist nicht immer hollywoodtauglich. Früher Ruhm bedeutet einen Spagat zwischen unbehelligtem Kindsein und einem Leben im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Später die Erwartung, die Karriere im Erwachsenenleben fortzusetzen. Trotz vieler warnender Beispiele – Agenten und Manager können sich vor Bewerbungen kaum retten. Dabei steht fest: Kinderkarrieren sind genauso selten wie echte Wunderkinder.

Kaan A. ist mit 10 Jahren schon ein Leinwandstar. Wenn er dreht, ist er oft mehrere Wochen von der Schule befreit. Immer dabei: Seine Eltern. Kaans Job ist lukrativ: Etwa 300 Euro pro Tag verdient er, plus Reisekosten und Spesen für die Eltern. Sein aktueller Film „Teufelskicker“ kommt gerade in die Kinos. Und Kaan hat noch mehr Talente: Er übt sich eifrig im Rappen und durfte bereits in Musikvideos von Jan Delay und Doa21 mitwirken. Doch kann sich der Junge bei allem Rummel wie ein ganz normaler 10-Jähriger entwickeln?

Marie W. ist ebenfalls 10 und ein aufgewecktes Kind. Im letzten Sommer hat Starcoach Jens Dolecki Marie als Statistin bei einer Fernsehgala entdeckt. Kurz danach hatte sie bereits ein eigenes Lied und sang in einer TV-Schlagersendung. Als nächstes soll Marie im Vorprogramm der Miss Germany Wahlen auftreten und den Kandidatinnen die Schau stehlen. Auch Maries ältere Schwester Anna (16) will ins Rampenlicht – allerdings auf dem Catwalk. Bis sie als Jungmodel den internationalen Durchbruch schafft, hält sie ihre Ambitionen vor ihren Mitschülern noch geheim.

„Das Schlimmste waren nicht die Mitschüler. Das Schlimmste waren die Lehrer. Sie waren neidisch. Sie konnten mit einem berühmten Mädchen nicht umgehen,“ sagt „Momo“ Radost Bokel. Rückblickend auf eine Kindheit, in der sie das berühmteste Mädchen der Republik war. „Momo“ war Türöffner für eine Schauspielkarriere, die Kritiker als gescheitert bezeichnen: Kinderstars, die einfach nie wieder an den Erfolg des einen Films anknüpfen konnten. Heute ist Momo selbst Mama, lebt in North Carolina und dokumentiert die zweite große Rolle ihres Lebens in einem Videotagebuch exklusiv für Süddeutsche Zeitung TV.

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