Traumstadt Hollywood

Deutsche Schauspieltalente in Los Angeles

Sonntag, 22.02.2009 23:15 Uhr

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Süddeutsche Zeitung TV über den Traum aller Schauspieler von einer Hollywood-Karriere. Zur Einstimmung auf die Oscarverleihung in derselben Nacht.

Viele Schauspieler haben es in Hollywood versucht, aber seit Marlene Dietrich schaffte es dort kein deutscher Darsteller mehr bis ganz an die Spitze. Kein Grund für Tausende Deutsche und Österreicher es nicht trotzdem zu versuchen. Jedes Jahr wieder: Karrieresprünge und -abstürze deutscher Schauspieltalente in L.A.

Walter S. aus Wien führt ein Leben wie auf einem amerikanischen Highway. Es geht mehrspurig, aber nur langsam voran. Von seinen kleinen Rollen als Schauspieler kann er nicht leben. Deshalb arbeitet er als Automechaniker in L.A. Deutsche und österreichische Handwerker sind weitaus mehr gefragt als Schauspieler aus diesen Ländern. Obwohl seine Eltern ein gut laufendes Autohaus betreiben, das er einmal übernehmen könnte. Doch Walter hält an seinem Traum fest. Und bekommt eine kleine Rolle neben Brad Pitt in „Oceans Thirteen“!

Von den 130.000 Schauspielern der Screen Actors Guild, der amerikanischen Schauspielergewerkschaft, haben gerade mal 10% einen regelmäßigen Job. Doch das schreckt Anett C. aus Berlin nicht ab. Seit fast sechs Jahren lebt sie nun in L.A. und putzt Klinken bei Casting-Agenten. Doch das Rollenangebot ist mäßig. Deshalb nimmt sie das Ruder selbst in die Hand: Anett hat ein Drehbuch geschrieben. Um Geldgeber für den Film zu finden, dreht sie einen Trailer auf eigene Kosten. Kein Geringerer als „Gladiator“ Ralph Möller unterstützt sie bei dem Projekt.

Die Traumfabrik produziert auch heute noch jede Menge Träume – in der Sprache der Hollywood-Insider: „Projekte“. Jeder hat welche, ob Taxifahrer, Bedienung oder Jungregisseur. Die meisten schaffen es nicht auf die Leinwand und scheitern an der harten Realität. Doch an den wenigen, spektakulären Erfolgen orientieren sich fast alle. Das ist der Stoff, aus dem Träume sind.

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