Wirtschaftsfaktor Mode.

Zwischen Massengeschäft und Luxusware.

Samstag, 19.05.2012, 22:00 Uhr, Länge: 96 Min.

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Mode ist Alltag, Mode ist Kultur, Mode ist Luxus, Mode ist Kunst. Und doch geht es letztlich nur um eines: das Geld. Marken- und Billiglabels, Designer und Einzelhändler, sie alle ringen um das Kleiderbudget der Deutschen. Während die Unternehmen im Jahr 2000 noch über 26 Milliarden Euro umsetzten, waren es 2010 nur noch 16 Milliarden. Egal in welchem Preissegment, die Labels stehen vor den gleichen Herausforderungen: steigende Konkurrenz am Markt bei sinkenden Umsätzen und die Schnelllebigkeit der Trends. Die Folge: Der knallharte Kampf um den Kunden.

Prominente und Experten wie Modedesigner Michael Michalsky, Model Mario Galla, Modemarktforscherin Dr. Ulla Ertelt, Mode-Blogger Jürgen Müller und Magdalena Schaffrin, Messeveranstalterin  für Grüne Mode, erzählen aus dem buchstäblichen Nähkästchen der deutschen Modebranche und kommentieren ihre Entwicklungen und Eigenarten.

Das deutsche Luxuslabel Escada war in den 90er Jahren bei Topmodels und Oscarpreisträgerinnen beliebt. Eine Marke mit High-Fashion Image. Doch die Zeiten änderten sich: 2009 meldete Escada Insolvenz an. Megha Mittal, Schwiegertochter eines indischen Stahlmagnaten, rettete das Label und krempelt die angestaubte Marke um: Jetzt muss sich die Linie Escada Sport auf der Berliner Fashion Week beweisen - unter kreativer Leitung der jungen ehemaligen Praktikantin und heutigen Designerin Madeleine S.

Mit 13,3 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2011 ist Adidas die weltweit bekannteste und umsatzstärkste deutsche Modemarke. Doch das reicht dem Konzern nicht: Mit der neuen Linie NEO soll H&M und Zara Konkurrenz gemacht werden. Das Konzept: günstige Preise und Shopping der Zukunft. In Hamburg eröffnet der erste Laden mit ausgefallenem Licht-und Musikkonzept und technischen Spielereien wie einem interaktiven Spiegel, der es den Kunden ermöglicht, sofort ein Foto des Outfits auf Facebook zu posten. Doch die neue Technik hat zur Eröffnung noch Startschwierigkeiten.

Konkurrenz bekommt H&M, Zara und Co. auch aus dem Billigsektor. Unternehmen wie KiK, Takko oder der Newcomer am deutschen Markt, die irische Kette Primark, unterbieten den Preis und versuchen, sich trendy zu präsentieren. Doch gelingt das? Oder sieht man den Klamotten an, dass es billige Produkte sind? Und wie schaffen es die Unternehmen, Produkte so günstig anzubieten? Ist preiswert immer gleich billig produziert? Oder kann auch die Jeans für 200 Euro aus asiatischen Fabriken mit unterbezahlten Näherinnen kommen? Und warum ist sie dann überhaupt so teuer?

Die zweistündige Samstagsdokumentation von Süddeutsche Zeitung TV blickt hinter die Kulissen der deutschen Modebranche - von High-Fashion bis zum Textildiscounter - und begleitet Designer, Models und Macher bei ihrem Kampf um die Kunden.

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