Süddeutsche Zeitung – Das TV-Magazin

Folge 27

Montag, 29.03.2010, 19:05 Uhr

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Die Bierzelt-Ambulanz. Notärzte auf dem größten Volksfest der Welt.

Zwischen sechs und sieben Millionen Liter Bier – ein Bombengeschäft für die Brauereien, eine Heidenarbeit für die Rettungskräfte auf dem größten Volksfest der Welt. Dr. Ulrich H. verarztet Besucher aus aller Welt - von der handelsüblichen „Alkoholleiche“ bis zum lebensbedrohlichen Schädelbasisbruch. Den ersten Einsatz beim Oktoberfest hatte er als freiwilliger Helfer beim Roten Kreuz. Heute ist er stellvertretender Chefarzt auf der Wiesn: „Zu Spitzenzeiten alle 90 Sekunden ein neuer Patient, einige davon mit lebensgefährlichen Verletzungen. Das ist eine Riesen-Herausforderung für einen jungen Mediziner.“

Liebe leicht gemacht. Ein Heiratsvermittler für Besserverdiener.

“Auf jeden Topf passt ein Deckel“. Hans-Paul S. muss es wissen – der ehemalige Fleischermeister leitet seit Jahrzehnten eine exklusive Partnervermittlung. Seine Kunden: Einsame Menschen, die den Traum von der großen Liebe nicht aufgegeben haben und die bereit sind, dafür viel Geld auszugeben. Zum Beispiel Herr M.: ein Bonvivant, Jäger und Kanada-Liebhaber, der ein gut gehendes Restaurant im Schwarzwald betreibt. Oder Heike S. aus Paderborn, Wirtschaftsingenieurin, glücklich geschieden, liebt schnelles Autofahren und Wassersport. Beide wenden sich an den Kuppler erster Klasse – in der Hoffnung, dass aus dem ersten Treffen auch ein Treffer wird.

 

Frische Fassaden. Das Münchner Olympiadorf wird saniert.

Für seine Bewohner ist das Olympiadorf in München eine paradiesische Wohnwelt – kein Auto, kein Bus, nicht einmal ein Mofa. Besucher sehen das unter Denkmalschutz stehende Ensemble dagegen oft als triste Betonwüste, in deren Wänden noch immer die grauenvollen Bilder der Geiselnahme von 1972 herumspuken. Der geschichtsträchtige Gebäudekomplex ist sehr viel mehr als ein emotionsloser Betonbunker, doch über 30 Jahre nach seiner Errichtung ist er schon hier und da baufällig – es musste eben schnell gehen damals. Der Baustahl wurde nicht tief genug in den Beton gegossen und korrodiert. Ausziehen kann kaum einer der Bewohner für die Zeit der Sanierung, und so müssen sie sich mit dem staubigen Chaos arrangieren - jeder auf seine Weise.

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