Süddeutsche Zeitung – Das TV-Magazin

Folge 29

Montag, 19.04.2010, 19:05 Uhr

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Die Rauschgiftzöllner. Drogenfahnder im Kampf gegen das weiße Pulver.

Der Rhein-Main-Flughafen ist nicht nur Drehkreuz für den internationalen Luftverkehr – auch massenweise Waren mit nicht immer einwandfreier Herkunft werden in Frankfurt umgeschlagen. 350 Kilogramm Kokain wurden allein im Jahr 2008 sichergestellt. Kleinigkeiten allerdings im Vergleich zu den Mengen, die über den Seeweg nach Deutschland geschwemmt werden. Im Hafen Rostock prüfen Zollfahnder und Polizeitaucher besonders Schiffe aus Südamerika auf Herz und Nieten. An einem Kohlefrachters aus Venezuela machten sie ihren bislang spektakulärsten Fund: 130 Kilogramm Kokain, wasserdicht verpackt und am Schiffsrumpf versteckt. Verkaufswert: über sieben Millionen Euro.

Tierisch unterwegs. Schwertransport für Schwergewichte.

Tiertransporte sind ein aufwändiges Unternehmen, Zeitdruck und Sicherheitsbestimmungen sind ungleich höher als bei menschlichen Passagieren. Für die Bisons Lohburga und Lohberga geht es aus dem bayerischen Lohberg nach Wien. 800 Kilo bringen sie zusammen auf die Waage. Sind sie erst mal betäubt, gilt es für Pfleger und Tierarzt, diese Masse in den Anhänger zu bewegen. Am Cargo-Flughafen in Frankfurt werden jährlich 2.000 Pferde, 20.000 Hunde und Katzen und immer mal wieder Exoten wie Nilpferde oder Nashörner verladen. Pferdezüchter Jörg S. begleitet drei Holsteiner-Pferde im Wert von 50.000 - 70.000 Euro zu ihren neuen Besitzern nach Bangkok. 15.000 Euro kostet das Ticket pro Pferd – persönliche Betreuung an Bord inklusive.

 

Strand unter. Deutsche Touristen überschwemmen Italien.

Für die einen ist sie ein Paradies, für die anderen das Letzte, wohin man im Sommer fahren würde: die Adria. Seit Jahrzehnten zieht es Millionen Deutsche an die italienische Küste. Das Meer, das Essen und die Leichtigkeit italienischer Lebensart werden mit fast religiöser Inbrunst genossen, das zentrale Heiligtum: der Strand. Ein Mikrokosmos bleicher und krebsroter Leiber, ein chaotisches Gewusel von Menschen in Badehosen und Bikinis. Pierro T. gehört „Bagno Pino 137“, der schönste unter den 140 Strandabschnitten von Riccione. Palmen, Sonnenblumen und Primeln wachsen neben dem mit bunten Klinkersteinen bepflasterten Weg zu den Liegen, grün-weiße Sonnenschirme stehen akkurat aufgereiht. Der Großteil der Urlauber sind deutsche Stammgäste, von denen Pierro viele schon seit über vierzig Jahren kennt.

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