Süddeutsche Zeitung – Das TV-Magazin

Folge 33

Montag, 17.05.2010, 19:05 Uhr

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Zoff an der Grenze. Das Millionengeschäft mit Zigarettenschmuggel.

Die A-15, nahe der deutsch-polnischen Grenze. Ein Zollbeamter der „Mobilen Kontroll-Gruppe“ winkt einen polnischen VW-Bus aus dem Verkehr. Was den Wagen verdächtig macht, kann er nicht genau sagen: „Das ist so ein Gefühl und die jahrelange Erfahrung.“ Nach einer viertel Stunde ist seine Vermutung bestätigt: Das Fahrzeug ist vollgestopft mit Zigaretten, verteilt in den Seitenverkleidungen und einer Bassrolle für die Stereoanlage. Der Zigarettenschmuggel aus der Ukraine über Polen in die EU und weiter nach Deutschland blüht. Im zweitgrößten Land Europas kostet die Packung Glimmstängel nur 50 Cent. Die Gewinnspanne für Dealer ist gewaltig, den Schaden hat der Staat. Durch das Schmuggelgeschäft entgehen Deutschland jährlich Steuereinnahmen in Millionenhöhe.

Idyll mit Gütesiegel. Im Visier des Campingplatztesters.

Wenn Rüdiger D. seinen Wohnwagen ankoppelt, fährt er nicht in den Urlaub, sondern zur Arbeit: Seit 16 Jahren testet der ehemalige Bundeswehrsoldat für den ADAC Campingplätze. Über 200 Prüfpunkten geht er nach. Für die Platzbesitzer steht einiges auf dem Spiel: Findet Rüdiger D. zu viele Mängel, droht die Streichung aus dem renommierten Campingführer. Das Reglement der Tester schreibt Neutralität vor und so übernachtet der professionelle Prüfer privat nur auf Plätzen, die er nicht testet. Für die rund 2.500 Campingplätze in Deutschland bedeutet der Besuch des Testers Hochbetrieb. Im Mittelpunkt des Interesses: der Standard der Sanitärausstattung.

Anders als die anderen. Kleinwüchsige Menschen mit großen Zielen.

Nadine ist 16 und leidet an einer Form von Kleinwuchs, die verkürzte Gliedmaßen verursacht – bei normal großem Rumpf. Mit einer Größe von 1,25 Meter hat sie beschlossen, sich in einer Spezialklinik in München die Beine verlängern zu lassen und so fünf Zentimeter Körpergröße zu gewinnen. Für „normal“ große Menschen machen fünf Zentimeter kaum Unterschied. Für Nadine bedeuten sie, das Ziffernfeld von Geldautomaten, den Geldschlitz des Fahrkartenautomaten, die Theke in der Metzgerei endlich allein erreichen zu können. In einer siebenstündigen OP verlängern die Ärzte zunächst das linke Bein, ein Jahr darauf das rechte. Jeden Tag muss Nadine den eingesetzten Nagel um einen Millimeter strecken – erst nach drei Monaten sind die fünf Zentimeter Verlängerung erreicht.

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