Süddeutsche Zeitung – Das TV-Magazin

Folge 34

Mittwoch, 26.05.2010, 17:05 Uhr

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Bares ist Rares. Letzter Ausweg Pfandleihe.

Kredite bei Banken? Nur gegen Sicherheiten, Arbeitsverträge oder zumindest eine positive Schufa-Auskunft. Wer all das nicht aufbringen kann, wessen Haushaltskasse am Monatsende gähnend leer ist, dem bleibt oft nur der Gang zur Pfandleihe, mitsamt der liebsten Gegenstände: Laptops, Spielekonsolen, Fotoapparate. Stefanie L. und Bettina O. arbeiten seit 15 Jahren in der Pfandleihe Hamm. Täglich spielen sich vor ihrem Schalter kleine und große Dramen ab: Eine alleinerziehende Mutter, die allein ihre Familie nicht versorgen kann, eine serbische Frau, die sich um einen pflegebedürftigen Mann kümmert und deshalb nicht arbeiten kann, ein Mann der sich mit Spielsucht in den Ruin getrieben hat. Für sie alle ist der Pfandkredit der letzte Ausweg.

Sochi Nights. Dolce vita in Russlands Amüsierstadt.

Sankt Moritz, Aspen und Chamonix waren gestern – der Luxus-Skiort der Zukunft heißt Sochi und liegt am Schwarzen Meer. Wo jetzt noch 30 Kilometer Sandstrand, Palmen und subtropische Temperaturen vor allem Badegäste locken, sollen spätestens mit den Olympischen Spielen 2014 auch Wintersportler Geld in Russlands Süden tragen. Mit zwei Milliarden Dollar subventioniert Moskau den Ausbau der Sommermetropole in ein Winterferienparadies, dazu kommen 10 bis 11 Milliarden Dollar aus privaten Töpfen der superreichen Industrieoligarchen – sie und ihre Familien profitieren schon jetzt vom Bauboom. Anastasia R. ist Unternehmerstochter und führt zwischen Strandpromenade und luxuriöser Langeweile ein Leben, um das sie der Rest der russischen Nation beneidet.

Bärenbrüder. Probleme in der Stadt der Bären.

Brasov in den rumänischen Karpaten: die „Welthauptstadt der Bären“. Nirgendwo sonst leben Mensch und derart viele Bären auf engstem Raum zusammen. Etwa 6.000 braune Riesen gibt es in Rumänien, mit Abstand die größte Population Europas. Peter S. ist Fachmann für Braunbären. Zusammen mit einer rumänischen Tierschutzorganisation spürt er jedes Jahr im Frühling den gewöhnlich scheuen Tieren nach, und erkundet vor allem, ob die „Müllbären“ wieder aktiv sind. Denn in den Vororten der Stadt Brasov, die von drei Seiten von dichtem Wald umgeben sind, sind Bären schon fast ein Teil des Stadtbildes: Die Tiere haben sich an Müllcontainer als Nahrungsquelle gewöhnt. Problematisch wird es, wenn genervte Anwohner die Tiere zu heftig schubsen – „dann schubst der Bär zurück, und das kann unangenehm werden“.

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