Hilfe, ich muss umziehen!

Donnerstag, 07.04.2011, 10:48 Uhr beim mdr

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Jeder zehnte Haushalt in Deutschland packt mindestens einmal jährlich die Koffer und zieht um. Meistens freiwillig, weil der Nachwuchs mehr Platz braucht oder das Einkommen steigt. Doch spätestens wenn die Möbelpacker anrücken, werden die Nerven jedes Wohnungswechslers auf eine harte Probe gestellt. Für 48 Stunden verliert der Eigentümer die Herrschaft über Hab und Gut, Schränke und Sofas landen mehr oder weniger sanft auf LKWs. Der Hinweis auf wertvolle Erbstücke bringt die Umzugsspezialisten so schnell nicht aus der Ruhe, Omas Klavier schon gar nicht. Doch es gibt auch einen Ort, an dem die „Bewohner" beim Umzug selbst Hand anlegen - wenn auch nicht ganz freiwillig.

Ausnahmezustand in der JVA Chemnitz. 120 weibliche Gefangene ziehen vom alten Hafthaus in ein frisch renoviertes auf demselben Gelände. Eigentlich kein großer Aufwand - sollte man meinen. Doch für die Verantwortlichen der JVA ist die Verlegung der Häftlinge mit ihrer gesamten Habe eine logistische und organisatorische Meisterleistung mit höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Damit nichts Verbotenes in die JVA gelangt oder gar ein Ausbruchsversuch unternommen wird, darf kein externes Umzugsunternehmen in die Anstalt. Beamte und weibliche Gefangene müssen den Umzug gemeinsam meistern. Letztere freuen sich nicht wirklich auf ihr neues „Zuhause", denn dort gibt es fast nur Einzelzellen.

Auch Markus H. aus München muss raus. Nach der Trennung von seiner Frau bleiben ihm nicht viel mehr als Tisch und Stuhl - und ein altes Klavier, geerbt  von seiner Großmutter. Das macht sich gut im obersten Stockwerk der neuen Villa im Nobelvorort Grünwald - doch Markus H. hat nicht mit  den Tücken des engen Treppenhauses gerechnet. Wie sehr die Spezialisten von der Umzugsfirma sich auch drehen und wenden, das Klavier will sich keinen Zentimeter nach oben bewegen. Ein Spezialkran rückt an - und das Klavier lernt fliegen.

Die 70-jährige Christel W. aus Berlin freut sich nicht wirklich auf ihren Umzug. 40 Jahre hat sie gemeinsam mit ihrer Familie im selben Haus in Berlin-Reinickendorf gewohnt. Jetzt ist sie dort mit ihrer 84-jährigen Schwester allein und Haus und Garten sind zu groß geworden und machen zu viel Arbeit. Mit Hilfe einer Umzugsfirma werden 4 Jahrzehnte in Kisten verstaut. Doch die Profipacker haben alle Mühe, die gesammelten Möbel und Erinnerungsstücke in der neuen Mietwohnung unterzubringen.

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